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Recht aktuell: DNA-Analysen im Strafverfahren Chancen & Risiken nach der StPO-Reform

Recht aktuell: DNA-Analysen im Strafverfahren Chancen & Risiken nach der StPO-Reform

DNA Analysen haben sich in den letzten Jahrzehnten zu einem Beweismittel entwickelt, das einerseits (auch) in Strafsachen von nicht unerheblicher Bedeutung ist, das andererseits aber neben Hoffnungen auch Befürchtungen weckt. Den durch Printmedien, Filme und Fernsehserien («CSI») sowie durch die Eigenwerbung einiger involvierter privater Unternehmen geweckten Erwartungen steht etwa die Befürchtung gegenüber, dass die DNA-Analyse gar nicht das halten kann, was man sich von ihr verspricht. Zudem könnte ein erweiterter Anwendungsbereich nicht nur zu tiefgreifenden Eingriffen in die Privatsphäre der Betroffenen führen, sondern zu Risiken für die Gesellschaft, die in keinem Verhältnis zu den realistischerweise zu erwartenden Vorteilen stehen. Aus Anlass der jüngsten Reform des DNA-Profil-Gesetzes und des Strafprozessrechts, die unter anderem auch die Regelungen zur Beweisführung mittels DNA-Analysen beschlägt, wollen wir eine Bilanz ziehen und uns vergewissern, was von der DNA-Analyse bei realistischer Betrachtung zu erwarten ist. Wir werden der Frage nachgehen, was die DNA-Analyse aus rechtsmedizinischer Sicht zu leisten vermag und was nicht. Wir werden die Frage stellen, was eine DNA-Analyse zu beweisen vermag, wie hoch der Beweiswert tatsächlich ist, und aufgrund welcher Umstände die Beweiskraft in Frage zu stellen ist. Wir werden uns schliesslich auch damit befassen, welche Schlussfolgerungen aus den in den letzten Jahren und Jahrzehnten in einigen Ländern vorgekommenen Skandalen rund um die DNA-Analyse zu ziehen sind. Der zweite grosse Bereich betrifft die Darstellung des Inhalts der aktuellen Reform des einschlägigen schweizerischen Rechts. Die Fragen sind hier: Was haben die Reform der StPO und des DNA-Profil-Gesetzes an Neuem gebracht und was ist davon zu halten? Im Vordergrund steht hier neben der Neuregelung der Voraussetzungen für die Anordnung der Erstellung von DNA-Profilen die Erweiterung des Anwendungsbereichs über den «genetischen Fingerabdruck» hinaus auf den erweiterten Suchlauf mit Verwandtschaftsbezug («Familienrecherche») und die «Phänotypisierung», mit denen die DNA-Analyse vom Beweismittel (auch) zu einem Instrument der Fahndung wird, das nicht mehr nur der Überführung von Verdächtigen dient, sondern in bestimmten Fällen die Suche nach Verdächtigen unterstützen und vorstrukturieren soll. Die Frage ist hier: Was bedeutet dieser Paradigmenwechsel für unser Rechtssystem? Welche Vorteile haben DNA-Analysen als Beweis- und/oder als Fahndungsmittel für die Strafverfolgung? Welche Fallstricke sind in der praktischen Arbeit mit diesen Instrumenten zu beachten? Klärt das neue Recht die Zweifelsfragen, die im Rahmen der Anwendung des bisher geltenden Rechts aufgetaucht sind oder wirft das neue Recht selbst Zweifelsfragen auf? All diese Fragen sollen mit Referierenden aus der Wissenschaft und der Praxis der Strafverfolgung und Strafverteidigung analysiert und unter Einbezug des Publikums diskutiert werden.

Recht aktuell: DNA-Analysen im Strafverfahren Chancen & Risiken nach der StPO-Reform

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Recht aktuell: DNA-Analysen im Strafverfahren Chancen & Risiken nach der StPO-Reform

DNA Analysen haben sich in den letzten Jahrzehnten zu einem Beweismittel entwickelt, das einerseits (auch) in Strafsachen von nicht unerheblicher Bedeutung ist, das andererseits aber neben Hoffnungen auch Befürchtungen weckt. Den durch Printmedien, Filme und Fernsehserien («CSI») sowie durch die Eigenwerbung einiger involvierter privater Unternehmen geweckten Erwartungen steht etwa die Befürchtung gegenüber, dass die DNA-Analyse gar nicht das halten kann, was man sich von ihr verspricht. Zudem könnte ein erweiterter Anwendungsbereich nicht nur zu tiefgreifenden Eingriffen in die Privatsphäre der Betroffenen führen, sondern zu Risiken für die Gesellschaft, die in keinem Verhältnis zu den realistischerweise zu erwartenden Vorteilen stehen. Aus Anlass der jüngsten Reform des DNA-Profil-Gesetzes und des Strafprozessrechts, die unter anderem auch die Regelungen zur Beweisführung mittels DNA-Analysen beschlägt, wollen wir eine Bilanz ziehen und uns vergewissern, was von der DNA-Analyse bei realistischer Betrachtung zu erwarten ist. Wir werden der Frage nachgehen, was die DNA-Analyse aus rechtsmedizinischer Sicht zu leisten vermag und was nicht. Wir werden die Frage stellen, was eine DNA-Analyse zu beweisen vermag, wie hoch der Beweiswert tatsächlich ist, und aufgrund welcher Umstände die Beweiskraft in Frage zu stellen ist. Wir werden uns schliesslich auch damit befassen, welche Schlussfolgerungen aus den in den letzten Jahren und Jahrzehnten in einigen Ländern vorgekommenen Skandalen rund um die DNA-Analyse zu ziehen sind. Der zweite grosse Bereich betrifft die Darstellung des Inhalts der aktuellen Reform des einschlägigen schweizerischen Rechts. Die Fragen sind hier: Was haben die Reform der StPO und des DNA-Profil-Gesetzes an Neuem gebracht und was ist davon zu halten? Im Vordergrund steht hier neben der Neuregelung der Voraussetzungen für die Anordnung der Erstellung von DNA-Profilen die Erweiterung des Anwendungsbereichs über den «genetischen Fingerabdruck» hinaus auf den erweiterten Suchlauf mit Verwandtschaftsbezug («Familienrecherche») und die «Phänotypisierung», mit denen die DNA-Analyse vom Beweismittel (auch) zu einem Instrument der Fahndung wird, das nicht mehr nur der Überführung von Verdächtigen dient, sondern in bestimmten Fällen die Suche nach Verdächtigen unterstützen und vorstrukturieren soll. Die Frage ist hier: Was bedeutet dieser Paradigmenwechsel für unser Rechtssystem? Welche Vorteile haben DNA-Analysen als Beweis- und/oder als Fahndungsmittel für die Strafverfolgung? Welche Fallstricke sind in der praktischen Arbeit mit diesen Instrumenten zu beachten? Klärt das neue Recht die Zweifelsfragen, die im Rahmen der Anwendung des bisher geltenden Rechts aufgetaucht sind oder wirft das neue Recht selbst Zweifelsfragen auf? All diese Fragen sollen mit Referierenden aus der Wissenschaft und der Praxis der Strafverfolgung und Strafverteidigung analysiert und unter Einbezug des Publikums diskutiert werden.